Year: 2015

Life is like baking cake.

Today, I somehow ended up messing around in my inner philosophical kitchen for a while and I got some wonderful-smelling life wisdom out of that:

We humans were all born with our own unique set of ingredients, and by living fully, we are creating our own perfect, delicious cake that is true to our nature. So for simplicity’s sake, let’s say that life is about creating a cake unique in style and taste.
Now, why the hell do we get so hung up about the egg?

Wait, wait, I can explain.

So there’s one cake only YOU can bake. The one only you have the heavenly installed starter kit for. The one cake whose recipe only you understand, and to which you have a beautiful set of ingredients unlike any other. One should think that you would go about that delicious business giddy as Mr. Bubble, curiously exploring the contents of the kit you were given by mother nature, eager to find out what kind of cake you would get to create. It should be with utter amazement that you scrutinize every single item, properly taken by all the smells, the feels and the difference in textures.
I’d assume you’d even show your kit to your baker friends and that they’d show you theirs, in fact that everyone would be inspired, engaging in conversations as to how to go about the business of baking. Plans would be exchanged and everyone would help everyone else along on the way to… CAKE. So far, not a single drop of jealousy would have clouded our sparkly eyes. One should think that this would be fun!

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The real reason we’re not happy bakers.

So now what? Something must have happened between then and CAKE, because instead of being a merry bunch of bakers feeding eachother spoonfuls of our dough, you (and almost everyone else I know) started fussing about the egg in our set of ingredients, and you thereby put the cakemaking matter on hold.

That’s where hell came in.

The whole thing went south when you picked up the message that something wasn’t quite right with your egg.
Was it someone looking at it in a weird way, was it someone trying to rub away a gooey bit that stuck to the shell? Was it someone pointing to a crack that wasn’t supposed to be there? Was it someone suggesting that your particular egg was too wide, the wrong color, sort of funny-smelling, maybe pass its sell-by date?

Whatever it was, suddenly you saw it too. Damn, it really was a bit wide, and – oh, no! – others had a white egg and not a brown one like you, why hadn’t you ever noticed that there actually was a weird smell to it, and Jesus, the crack!

Where there previously was none, there was – in fact, there IS – a problem. Exit giddiness, enter problemsolving mode. “Better fix this unless I want to risk ruining my cake!” All the glorious ingredients that you were so joyful over are now forgotten and you have become anxious and totally focused on that egg.
You compare its look to every other egg, especially those on the covers of popular cake-magazines. Holy hell! Every egg but yours seems in better shape.

And so you put all your grit to it, trying everything.
You polish. You bleach. You mask. You glue. You want to change your egg with a vengeance, and since you can’t seem to shape it the way that restores your happy, you end up hating it. Thinking that, since the egg is wrong, who’s to say that the rest of your ingrediences are any good?

And who the fuck said life was supposed to be fun anyway? Stupid egg, you think.

Your thinking is wrong.
Did you know that it is impossible to make a cake with a perfect-looking egg? It must have slipped your mind that, to be of any use for your cakebaking proceedings, you need to actually USE your egg. And to use it, what’s the point in focusing on keeping its outer shell perfect in the first place? To bring your egg to its divine use, you need to BREAK its shell.

So, to you, to all of us: Let’s stop polishing our eggs and bake our cakes already!

Let me know when you got the dough, I’d love a taste of it.

Rennen. Oder vom Mut, damit aufzuhören.

Der Tag erwacht,
schon beginnt’s im Kopf zu blinken.
Welch riesige Macht!Der Mut beginnt zu sinken;
so viel zu leisten, noch nichts vollbracht.

Rennen! Leisten! Nützen! Tun!
Die Kommandos lauter als ich selbst
Zuwenig Sport! Zu eng die Jeans!
Es lockt das Essen, was soll ich tun?
Also renn ich, leist ich, nütz ich – stresse durch die Welt
und weiss nicht, ob ich’s verdient hab, mal einfach nur zu ruhn.

In all den ach-so-gleichen Tagen,
verbracht mit Müssen, Sollen, Spuren
beginn ich mich zu fragen:
Was ticken in mir denn für Uhren?
Wofür IST das ganze Plagen?

Was bliebe ohne den konstanten Drill?
Wär ich wohl noch gut genug?
Was wär denn eigentlich mein Ziel?
So ohne Essensangst, Diätenlug?
Wenn ich mir einfach so gefiel?

Tönt doch eigentlich gesund:
ein ganz normales Menschenwesen;
da ganz heil, und dort ganz wund,
das es verdient hat, zu genesen –
ob es dünn ist oder rund.

Das Gesunde in mir weiss genau:
Essen muss man nicht verdienen.
Auch wenn die Menge noch nicht schlau – zur Strafe Sport; das kann nicht dienen,
wenn das Mädchen wimmert “auu”.

Denke ich an Bauernbrunch und Kuchen –
mal ganz ohne Hosengrösse –
ach wie gern ich’s tät versuchen!
Doch gäb ich mir die Blösse,
müsst ich Spott dann wohl verbuchen?

Falls sie spotten sollten oder lachen,
weil ich das Ideal verfehle,
weh würd mir das machen,
Scham mir brennen in der Seele.
Drum will ich die erst recht bewachen.

Sorgenvoll sind die Gedanken.
Wie soll das alles gehen?
Ich muss doch spörteln, komm ins Schwanken.
Lasse schon das Frühstück stehen.
Ganz klar, muss noch viel mehr Mut auftanken.

Mut zur Freiheit, Mut zu Liebe und Genuss.
Entdecken, wer ich bin und wie das ist,
wenn ich nicht nur ständig “muss”,
sich stattdessen freuen über was man isst –
ohne Strafe und Verdruss?

“Das ist unmöglich, strafbar gar!”
“Man muss was leisten für die Liebe!”
“Wirst schon sehen, es ist wahr!”
– solche Worte sind wie Hiebe,
weil JEDES Wesen doch ist wunderbar.

Ein Umdenken kommt in Gang.

Seit ungefähr einem halben Jahr – seit meinem Bandscheibenvorfall, der mich in die Knie zwang – habe ich viel mehr Zeit. Viel mehr Zeit, in der mein Kopf böse Dinge gegen mich ausspuckt, viel mehr Zeit, in der mich Sorgen plagen, viel mehr Zeit, in der mir schmerzlich bewusst wird, wieviel Zeit ich eigentlich meinen Ängsten und Zwängen schenke. Vor lauter Angst, man könnte mich verspotten oder ausschliessen, wollte ich schon als Kind unbedingt mehr so sein wie “alle anderen”. Und weil an mir so vieles so anders war als bei “allen anderen”, war ich jahrelang damit beschäftigt, mich ändern zu wollen. Nichts an mir war gut genug, so wie es von Haus aus geliefert kam. Ich fand mich zu dick, zu fad, zu ungeschickt, zu unförmig, zu fadenhaarig, zu x-beinig, zu zahnfleischlächlig, zu unathletisch. Also tat ich, was so manche Frau tut: Ich diätete. Anfangs – wie bei jeder Diät – auch ganz erfolgreich, doch eben… Das war der Anfang. Als ich mein Glück beim tieferen Gewicht nicht fand, dachte ich, es sei halt einfach noch weiter unten, ich hätte mich noch nicht genug kasteit. Irgendwo musste ich dieses “gut genug” doch finden? Nicht einmal bin ich auf die Idee gekommen, dieses Gefühl da zu suchen, wo es auch tatsächlich zu finden ist: In mir drin. Ich suchte es verbissen im Aussen. Ich diätete, als ob der Teufel hinter mir her wäre. Ich trainierte wie versessen und war nach Jahren intensiven Sports immer noch überzeugt, es sei noch nicht genug. Noch nicht genug gehungert, noch nicht genug geformt, noch nicht genug geschwitzt. Ich war überzeugt, dass ich “halt leiden muss”, um dazuzugehören. Ach, diese Geschichte, die hat so viele dunkle Kapitel, sie füllt ein ganzes Buch. Was ich sagen will: Ich tat es völlig unschuldig und blind! Ich hinterfragte weder die Botschaften, die mir seit Kindheit in die Seele gepfeffert wurden, noch das gängige – immer absurder dünne – Schönheitsideal. Ich sah nur, dass ich dem allen nicht entsprach, und so war es schnell passiert, dass mein ohnehin schon nur bedrohlich kleines Selbstvertrauen restlos an meiner eigenen Betonwand zerbröselte.

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Und als nun in den letzten Monaten mit den intensiven Nervenschmerzen vom Rückenleiden die Ängste auch deshalb immer intensiver wurden, weil ich begann, zuzunehmen, nahm ich beseelt einen längst überfälligen Schritt zurück und begann, mich von Grund auf zu informieren. Ich lernte, was einen Frauenkörper dazu bringt, den natürlichen Menstruationszyklus aufzuhören: Stress, Übertraining, zu wenig oder sehr einseitige Nahrung, innere Anspannung. Dass da auch Sport massgeblich beteiligt ist, denn – entgegen der gängigen Meinung, dass mehr automatisch besser heisst – jedes Ausdauertraining (das wir besessenen Kalorienverbrenner ja vornehmlich betreiben) dazu führt, dass im Körper das Stresshormon Cortisol ausgeschüttet wird: deshalb lässt der Abnehmeffekt auch plötzlich nach, und man denkt, immer noch mehr machen zu müssen, um das Gewicht tief zu halten. Der Körper ist aber nur noch gestresst und vor lauter Cortisol je länger je kränker. Und plötzlich nützt nichts mehr, man fühlt sich nur noch todmüde, erschlagen, seelisch und körperlich am Ende. So gesund kann Sport sein! Hm. Das wusste ich in all den Jahren der Überbelastung nicht, ich hatte keine Ahnung. Ich hatte genauso wenig das Bewusstsein darüber, wer eigentlich profitiert von unserem Gefühl, nicht zu genügen. Wer da eigentlich Milliarden verdient und kein bisschen daran interessiert ist, dass wir uns besser fühlen. Die Schönheitsindustrie zum Beispiel, die freut sich krumm, wenn wir unsere Nasen gerade-operieren lassen. Die Fitnessindustrie zum Beispiel, die lehnt sich in goldenen Sesseln zurück, während wir unser Abendessen abstrampeln in einem der tausend Studios. Die Diätindustrie zum Beispiel, die mit leichtem Herzen “light” und “leicht” und “ohne Sünde” oder “slimline” auf ihre Produkte klebt und uns damit das Leben schwermacht. Wir rennen, wir zahlen, wir machen alles, um den vermeintlichen Anforderungen –  denen man gar nie gerecht werden kann, ohne dabei todunglücklich zu werden – zu erfüllen.

Plötzlich wurde mir vieles klar. Und während ich diese Angst spürte, dass man mich nun nicht mehr mag, weil ich wieder beginne, zuzunehmen – jetzt wo ich nicht mehr täglich 2-3h Sport mache und auch dem Impuls widerstanden habe, im Gegenzug dafür auf den nächsten Diätzug zu springen – genau in diesem Moment fragte ich mich, ob ich wirklich – wirklich! – wieder so dünn sein wollte wie in den vergangenen 4 Jahren. So dünn, dass in einem ganzen Tag gar nicht mehr viel anderes möglich war als obsessive Gedanken ans Essen (wollen und nicht dürfen) und an Kalorienrechnereien, mit denen ich mein tägliches Sportzwangspensum festlegte. So dünn, dass es es mir weh tat, auf einen harten Stuhl zu sitzen; ein Gefühl, als würde mein Steissbein durch die Haut gebohrt. So dünn, dass mir ständig – an 365 Tagen im Jahr! – eiskalt war. Egal, ob Sommer oder Winter, mir war kalt, von innen heraus kalt… Noch bis vor sehr, sehr kurzem war mir jeder Gedanke an Intimität dermassen zuwider, weil ich mich selber nicht ausstehen konnte, und IMMER noch glaubte, ich müsse noch dünner werden, noch mehr leiden, bis man mich lieben könnte.
Nein. Dahin will ich nicht zurück. Ich lerne jetzt, mich selber zu lieben. So wie ich bin. Mit allen Makeln.
Und doch, da bleibt dieses diffuse Gefühl, es nun nicht mehr unter Kontrolle zu haben, immer wieder diese Gedanken im Kopf, die mir einreden wollen, ich müsse demnächst wieder ein paar Kilo abnehmen.Diese Leier kommt mir langsam bekannt vor, ich möchte ihr nicht mehr auf den Leim gehen. Denn das ist keine gesunde Leier. Es ist eine so glasklar irrationale Sache, dass mir jetzt klar ist: Das KANN mit dem Körper gar nichts zu tun haben kann. Denn grundsätzlich fühle ich mich wieder viel, viel vitaler und strahlender. Und ja, ich muss wieder neue, grössere Hosen besorgen, das ist bekackt, aber auch nicht so bekackt wie es beknackt war, sich über kleinere Hosen zu freuen.

Ich will die Industrien nicht füttern. Und ich will ab sofort nie mehr Fett-Sprache hören unter Frauen. Das tut uns nicht gut! In vielen Frauen ist dies so verankert, dass sie es wohl kaum merken. Ständig – ständig – reden sie abwertend über ihre Körper. Sie zwicken sich vor Freundinnen in die Bäuche, reden nur vom “abnehmen-sollen” oder “zugenommen-haben” und verstärken gegenseitig diese Schnapps-idee, dass wir – so wie wir sind, individuell in Form und Geist – nicht genug sind. So geben wir das schon unseren Mädchen weiter, die sofort spüren, wenn wir nicht wohl sind in unserer Haut, wenn wir glauben, hinter dem “Dünn”-Konzept stecke die Freiheit, das Glück.

Nein, dort ist es nicht. Wirklich nicht. Ich schwörs. Wir dürfen aufhören damit, dem irren Ideal nachzueifern und dabei zu vergessen, wie leben geht. Wir dürfen einfach wieder sein. Essen, Freude haben, Sportschuhe liegen lassen und uns über die Bäuche streichen lassen.

Alles andere ist Irrsinn. – Ich glaubte ihn 41 Jahre lang.

Jenseits von Kleidergrössen.

Lasst uns den Moment löschen, in dem die erste Lifestyle-Diät unseren natürlichen Zugang zu Hunger und Sättigung aus der Bahn warf.
Lass uns alle unsere verzweifelten Diät-Versuche zerst zählen, darüber staunen, und dann rückgängig machen.
Lass uns das Zeitalter des wie-vergiftet-Kalorienzählens beenden.
Lass uns das Einzige, was sie uns je wirklich brachten, wieder verlernen – dass wir lernten, uns wie Versager zu fühlen.
Lass uns aufhören, uns schuldig zu fühlen für unseren Hunger.
Lass uns aufhören, Bewegung und Sport als Mittel zum Zweck des Kalorienverbrenns zu missbrauchen.
Lass uns aufhören, uns zu verurteilen für den Körper, in dem wir geboren sind.
Lass uns aufhören, andere Körper zu verurteilen, weil sie anders sind als unsere.
Lass uns aufhören, gegenseitig über unsere Körper zu tuscheln, sie auszulachen, zu beneiden oder zu entwürdigen.
Lass uns aufhören, uns zu verstecken, weil wir “die letzten 5 Kilo” noch nicht verloren haben.
Lass uns die Scham überwinden, die uns jahrelang die Lust an allen schamlosen Vergnügen vergiftete.

Lass uns das Schweigen durchbrechen!

Lass uns die Schönheit jedes einzelnen Menschen vorurteilsfrei feiern. Lass uns die Vielfalt schätzen.
Lass uns Körper als das bestaunen was sie sind: Unsere Vehikel, um in dieser Welt unsere Talente zu entdecken, zu spielen, zu reisen und zu lieben.
Lass uns vom Herz aus gesunden und uns an unseren urnatürlichen Imperfektheiten freuen.
Lass uns einander zeigen, aus welchem Material wir geschnitzt sind.
Lass uns lachen darüber, wie lange wir blindlings nach jedem Strohhalm griffen, der uns “Schönsein” und “Schlanksein” versprach – versprach, zu “genügen”; von Cellulitepackungen bis Antifaltencrèmes, von Schlankheispillen bis Schönheitsoperationen, von Diätprogrammen bis Fitnessabos.
Lass uns erkennen, wer schamlos profitierte, wenn wir uns unvollkommen, minderwertig und hässlich fühlten: Eine milliardenschwere Diät-/Fitness- und Schönheitsindustrie.
Und dann lass uns wieder mit Liebe all die Bäuche und Brüste, Pobacken und Lachfalten berühren.
Lass uns der Seele statt den Sixpacks frönen.
Lass uns wieder erkennen, wer wir wirklich sind und wofür unser Feuer brennt.
Lass uns Essen wieder geniessen.
Lass uns Bewegung wieder neu entdecken.
Lass uns schätzen, was unser Körper eigentlich alles KANN!
Lass uns aufatmen.
Lass uns mit einem Lächeln auf unsere eigene Blindheit zurückblicken und mit Stolz im Blick in die Zukunft schreiten. In eine Zukunft jenseits von Kleidergrössen.

An untied-emotional-shoelaces situation.

It was yesterday.
I was on the phone with a dear friend that I hadn’t heard in a while because he’s moved away and has had to deal with some of his very own personal demons. It was great to hear him! He genuinely wanted to know how I was doing and so I told him. He’s known me for a very long time and was aware of my ongoing struggle with overeating and overexercising and he is actually one of the few people I can eat with without being ashamed. He once told me: “You’re more than this problem, so I don’t focus on it, and I believe in you whether or not you have this eating issue under control or not.” Wow. He just never seemed to judge me, even if I always go on eating long after he’s finished. He knows that I’ve been trying to improve, and he has never put me down for not succeeding yet. He is one of the few people who do not focus on the problem but on spending time with me. He was also aware that my back went out 8 months ago and that I had experienced intense pain. He just wasn’t up to date with anything anymore. So we talked. And talked. Aaaaah.

After my phonecall with him, after telling him about my current struggles, after having heard myself speak the words, I just for a second stopped to change perspective. As if peeking in from the outside, I got a look at my current situation and saw a measure of adversity that seemed mindboggling. And what I perceived from the outside was mindblowingly different from what I was perceiving when I was in my usual state of not even questioning what my inner critic kept shouting at me for all my life. Currently, that critic was of the opinion that all I was was a whimp, a whining failure, someone who just NEVER has her shit together. Someone who’s generally nothing much but a loud dissapointment. That phonecall was like stepping on imaginary breaks, and with this unexpected change of perspective, I felt a surge of compassion. Newsflash: For myself.

In that very instant it seemed absurd how I had thought that it was not necessary, possibly not OK to reach out, to ask for help even, and it seemed even absurder how I had denied myself to see how dire my current situation had become.
Telling my friend what I was going through was helping in two different aspects. For one, I could hear another human being full of understanding and utter warmth for me. And second, it gave me a chance to interrupt the ceaseless stream of self-critisism and putting myself down for what I did or did not do. For a minute there, I was able to stop the sarcastic voice of not-ever-doing-it-right and took a look at my out-of-control eating and the way my way of exercising had this undeniably punishing quality about itself, especially considering the fact that I was in pain and still put myself through daily hours of walking or against-my-will-cardio training. And instead of putting myself down for not implementing any Eating Disorder recovery advice and continuing all the shitty habits, it struck me that not one single person in the world wouldn’t be able to recover in these particular circumstances. Or all by herself, for that matter. So let’s take a look at that stinky potpourri with a compassionate eye.
There was, after all, severe nerve pain in my leg due to the herniated disc in my back. And THAT alone had been going on for 8 months now. This was not just annoying, it had worsened unstoppably – somehow naively I had held up my hope of it getting better, even though the second MRI had revealed an entirely different truth, and even though I could not stand upright or sit (or basically doing anything else than laying on my yoga mat until way past noon). How come I had so insistently closed my eyes to the fact of how this thing with my back had digressed. How could I keep on holding on to the idea of some sort of miracle healing? How could I deny how it was getting worse every week, that there was nothing more to do for me than spending my afternoons walking and walking and walking, until my feet hurt?
Why? How? Because deep down, I never considered myself deserving better.
Seeing how I have lost touch to my inner being who wants to claimed her right to enjoy her days, who tackles the issue of long overdue surgery, who wants this mess to be dealt with, who asks for support. I had grown accustomed to living in the dark. I can be scarily adaptive in this way. Childhood waves a graveyard hand. Wow.
That phonecall had enlightened me enough to see how much a soul, my very own, in fact, must be hurting to be convinced that she must get a grip, not whine, and just buckle the fuck up already. How much hurt must be buried deep to simply endure everything pain- or suffering-related??
I had never questioned that I had to deal with this myself somehow. Endless pain, increasing (very painful) isolation, empty days, no sense of direction, disordered eating, shame and fear? I even felt GUILTY for not doing better! Really. It does seem absurd now.
I was asking myself: “So. You are beating yourself up for the fact that the eating/exercising is a bit more out of control? You tell yourself you’re a total failure? Look, honey. Had a friend of yours been in a situation like that, you’d have run to their side and offered nothing but compassionate support. You’d have had nothing but full-on understanding for her/his desperate attempts to cope with the overwhelm of the whole mess. You should be deserving of that, too. Let’s stop the beating-up for a minute, ok?”
And I saw that there was SO much going on that I am overwhelmed with. We’re not just talking about the nerve pain and the eating disorder here. There’s incredible fear, existential fear of how I was going to be provided for, knowing that in 5 months from now, my insurance payments would be ceased. If they didn’t approve my application for a temporary “allowance” (how are these social payments called?), I was, well… fucked. That’s a scary thought, me being 42 and no family or spouse in sight. Not complaining, just saying, it’s a very scary place to be. A whole lot of uncertainty. Allowance? Surgery? Post-surgery rehabilitation? Where? When? How? What with my eating-/exercise fears? Would I gain a ton of weight? How would I ever get out of this mess? Would I ever find anyone to share life with? All those thoughts and more. In an isolated state.

And I’m surprised I can’t get my emotional shoelaces tied? Really.

I’m learning. And right now, I’m learning the language of self-compassion.
And I’m incredibly grateful for that lovely phonecall that snapped me into that realization.

Die unheilige Frage im Treppenhaus.

Dachte mir nichts Böses, trug meine Einkäufe die Stufen hoch. War schon fast oben, ein Stockwerk noch, als mir die spindeldürre Nachbarin unterhalb eine Frage zubellte, die ich nie mehr vergessen werde. Nicht, dass die Frage allein nicht schon unangebracht genug gewesen wäre, nein, insbesondere darum, weil sie von einer Frau kam, die mich in den drei Jahren, in denen ich dort wohnhaft war, nie je eines Blickes gewürdigt hatte, oder wenn, dann höchstens eines abschätzigen. “Bist du schwanger?” – das waren die einzigen drei Worte, die die karge Frau im Treppenhaus je an mich richtete.

Das muss ungefähr 2008 gewesen sein. Seither ist ziemlich viel schief gelaufen. Natürlich ist daran ist nicht die hagere, meist gereizt blickende Frau schuld. Die Pistole an meiner eigenen Schläfe war längst geladen, ihre Frage hat bloss noch den Abzug gedrückt. Nach Jahrzehnten von Diäten und Sportplänen, heimlichen Ess-Fantasien und Spiegel-Aversionen war nicht annähernd fähig, mir diese saublöde Frage vom Revers zu wischen. Sie blieb an mir kleben, in mir stecken, brannte sich ein, höhnte wie ein teuflisches Echo in ewiger Rückkopplung in meinem Kopf. Sie hatte meinen wunden Punkt getroffen. Ja, ich hatte wieder etwas “nachgelassen”, ein paar Kilo zugenommen. Das Gespenst meiner Vergangenheit reckte sich wieder: “Jetzt wirst du wieder dick. Dann können alle auf dich zeigen und sagen, sieh her, sie hat versagt, sie hat es eben doch nicht geschafft, ihr Gewicht unten zu halten.” Die Gedanken verquirlten sich zu einem giftigen Cocktail. Nun, es wäre theoretisch möglich, dass die Frau im 5. ihren spöttischen Unterton bewusst einsetzte, aber ganz ehrlich, es ist genauso möglich, dass sie einfach so ist, und dass sie vielmehr selber so mit sich spricht. Sie wirkt nämlich weder entspannt noch zufrieden, und so angestrengt knöchern wie sie herumstakst, quälen sie ziemlich sicher ganz ähnliche Selbstzweifel. “Bin ich dünn genug, schön genug? Bin ich gut genug?” Allein die Tatsache, dass sie nur gerade dies, meinen Bauch, wahrnimmt, auf ihn achtet, ihn wertet, zeigt kein Bild einer in sich ruhenden Frau. Dass sie sich zudem veranlasst fühlt, mir ausgerechnet diese Frage zu stellen, noch ohne meinen Namen zu wissen, müsste mir verdächtig vorgekommen sein. Dass es genauso ihr Thema sein könnte wie meins. Dieses ständige Gefühl, nicht zu genügen, nicht angenommen zu werden, sich ändern zu müssen, um geliebt zu werden.
Die Frage war gestellt, und – päng! – schon war sie weg, ihre Wohnungstür zu.
Ich möchte nicht mit dem Finger auf sie zeigen. Ein Teil von mir möchte sie umarmen für ihr eigenes, offensichtliches Unglücklichsein, und ja, ein anderer Teil von mir möchte ihr laut und deutlich ins Gesicht sagen, wie sehr mir ihr Tonfall, mit der sie eine an sich unschuldige Frage stellte, mich verletzt und erschüttert hat. Wie es mir nicht gelingen will, selbst all die Jahre später, den Vorfall, den Ton, dieses Gefühl von brennender Scham, Ausgestelltsein und Nichtgenügen zu vergessen. Dass ich sie häuten könnte, manchmal, dass sie mich so fragte. Und dass ich sie trotzdem verstehe, weil ich sie ja sehe. Sie ist nicht glücklich.

Nur leider konnte ich beides nicht. Jedes rationale Wissen um diese unglückliche Situation half mir herzlich wenig. Der Abzug war gedrückt, die Kugel war auf Herzkurs. Und da wurde erst einmal alles kurz und klein gehackt. Von Selbstverachtung bis Spiegel-Übelkeit bis hin zu Hassgedanken über meine Existenz, das giftige Potpourri entfaltete schön langsam seine gewaltige Wirkung. Ja, ich begann wieder mit Diäten, mit “Brot-ist-verboten”, mit “Schokoladenkuchen-für-alle-aber-nicht-für-mich”, mit “ich-muss-halt-leiden-damit-man-mich-akzeptiert”, mit “dann-zwing-ich-mich-halt-wieder-für-mehr-verhasstes-Jogging-und-mehr-Stunden-im-Fitness”. Und wie ich so bin, tat ich dies alles mit einer unerschütterlichen, gnadenlosen Disziplin. Ich wollte es ihr zeigen. Ich wollte ihr ohne Worte genauso spöttisch zeigen, wie locker ich sie überholen kann, wie leicht ich sie in den Schatten stellen kann, ich wollte ihr ein für allemal den giftigen Mund vergällen. Ich wollte Neid statt Spott. Ich war in einem völlig unbewussten, unverbundenen Zustand mit mir selbst und der Welt. Statt mit Mitgefühl für mich selber zu agieren, nahm ich mich an die kürzestmögliche Leine, zwängte mich in den Schraubstock, der nur eines zum Ziel hatte: Mich endlich liebenswert machen zu wollen. Die Spotter, die Beschämer und die Fingerzeiger zum Schweigen zu bringen.

Mit Hass und Druck? Mit Verboten und Zwängen? Mit Strafen und Verurteilen?

Irgendwie scheint es im Nachhinein nur traurig.
Was das Gewicht angeht, funktionierte mein Konzept ein paar Jahre trügerisch gut. Jeder, der sich keinen Genuss mehr gönnt – weniger! weniger! – und sich contre-coeur tägliche Sportdrills aufzwängt – mehr! mehr! – verliert Gewicht. Verliert aber auch jegliche Sinnlichkeit, Weichheit, jegliche innere Entspannung, und vor allem: Jeden natürlich-liebevollen Zugang zu sich selber.
Das merkte ich aber gar nicht richtig. Hauptsache, ich konnte mein Gewicht einigermassen unten halten. Ich war nicht dünn, aber ein paar Kilo brachte ich mit dem Drill runter. Nur blöd, dass dies nun hiess, dass ich den Drill ein Leben lang aufrecht erhalten müsste, um diese paar Kilos unter grösstem Kraft- und Willensaufwand unten zu behalten. Irgendwie ein hoher Preis, um einer fremden Nachbarin, symbolisch ausgedrückt, zu gefallen. Irgendwie am Ziel vorbei.
Denn ganz egal, was mein Gewicht jeweils war, innerlich war meine Haltung zu mir selber, und mein generelles Glücksgefühl, immer genau gleich mies. Da änderte keine kleinere Hosengrösse etwas daran. Und doch dachte ich ständig, dass es “nur noch ein bisschen” weniger sein müsste, und dann, DANN wäre ich dann wohl glücklich. Irgendwo musste das Glück doch sein!
Ich hinterfragte gar nicht, ob es Sinn macht, sich Glück auf solche Art überhaupt verdienen zu müssen, und schon gar nicht, ob es nicht eher glückszerstörend ist, sich selber so grausam zu behandeln. Leiden, das musste der Weg zum Ziel sein, oder?

Ich brachte die Selbstquälerei auf eine ganz neue Ebene. Nur noch abends war essen erlaubt. Täglich mindestens 90 Minuten Ausdauersport. Anfänglich gab es noch Ruhetage. Anfänglich. Diese gibt es seit Jahren nicht mehr. Bei Fieber und mit Rückenschmerzen, egal. Leiden muss sein. Die Angst wurde immer grösser, und ich versklavte mich ihr unbewusst immer mehr. Mein Essen wurde immer zwanghafter. Natürlich war ich abends jeweils so hungrig, dass ich tägliche Essattacken erlitt, für die ich mich tags darauf wieder mit Nachdruck bestrafte und den Teufelskreis so stetig aufrecht erhielt. Ich war überzeugt, dass ICH der Fehler bin, dass ICH es nicht im Griff habe, dass ICH mich nicht kontrollieren kann beim Essen, dass in mir drin ein dickes Kind hockt, dass nur darauf wartet, dass ich die Kontrolle loslasse. Dass ich praktisch über Nacht zum Fass werden würde. Und statt einer Nachbarin dann die ganze Welt über mich lachen würde.

Diese Angst ist, ganz tief unten, immer noch da. Ich verstehe mich nun viel besser, sehe, wie ich der Angst Untertan geworden und meinen eigenen Stoffwechsel so völlig in die Wüste gefahren habe. Wie ich mein Leben lang in einem inneren Stress verbringe, mich noch mehr anstrengen will, um “es” zu schaffen, um endlich dazuzugehören. Und ich sehe nun, dass dies nur von einer ganz grundsätzlichen, urmenschlichen Angst zeugt: Dass wir abgelehnt werden können. Dass wir verletzt sind und unsicher, dass wir uns fürchten, wieder verlassen zu werden. Und dass wir – jeder auf seine Art – mitunter absurd viel dafür tun, um diesen schlimmen Gefühlen auszuweichen. Bei mir ist es am Thema Essen/Sport aufgehängt, bei anderen bei Shopping, Alkohol, Sex, Arbeit oder Drogen. Es ist letztlich immer dasselbe.

Wir möchten alle geliebt werden. Und der Weg dazu führt am schwierigsten Hindernis vorbei: Sich selber zu lieben. Und das heisst, aufräumen. Die alten Wunden ansehen, die toxischen Gefühle endlich frei zu lassen, sich ihnen zu stellen, und zu heilen.

Das ist schwieriger für mich als jede Diät.

Mittendrin.

Kennst du das?

Du bist weiter als auch schon, du schaust dir Webseiten an, informierst dich, wie der Weg aus verkorkstem Essverhalten und dem eigenen himmeltraurigen Körperbild denn aussehen könnte/müsste. Merkst schon beim Lesen, bzw. beim Youtube-Videos-Schauen, dass das nicht ganz einfach sein dürfte. Möchtest gern schon am andern Ende des Tunnels sein, bist es aber nicht nur NICHT, sondern bist noch nicht mal IM Tunnel des “Weges zurück”. Stehst davor, siehst wie dunkel es da aussieht und traust dich nicht rein.

Alles, was du willst, liegt auf der anderen Seite der Angst.
Alles, was du willst, liegt auf der anderen Seite der Angst.

 

Nicht, dass es SO, WIE ES JETZT IST nicht ebenso dunkel wäre…
Aber da weisst du wenigstens, wer der Boss ist. Oder glaubst es zumindest. Hast wenigstens das Gefühl, dass du die Kontrolle hast, weisst, wie du die grossen Ängste im Griff behalten kannst. Natürlich weisst du auch, dass die Essstörung die Kontrolle hat, aber du bildest dir ein, dass du lieber in DIESEM Dunkel bleibst, statt das Risiko einzugehen, die Kontrolle total zu verlieren.Du denkst dir, dass du wahrscheinlich leider eben doch das einzige Wesen bist, bei der dieser “Weg heraus” nicht funktioniert, dass du 100 Kilo zunehmen wirst, dass du NIEMALS aufhören wirst mit essen, dass du NIE mehr ein paar Joggingschuhe in deine Nähe lässt, dass es ALLES KATASTROPHAL ENDEN WIRD.
Irgendetwas glaubt, dass DU dir nicht erlauben kannst, normal essen zu lernen und nicht wie vergiftet Sport zu machen, um die Kalorien wieder loszuwerden und um das nächste Essen zu verdienen. Dass das irgendwie einfach nicht aufgehen KANN, wenn du da die Kontrolle lockerst.

Und etwas in dir reckt sich trotzdem. Will raus. Ausbrechen aus diesem irren Käfig. Nicht mehr Sport machen MÜSSEN, nicht mehr Angst haben vor dem Essen, nicht mehr nur ENTWEDER alles essen, was dir in die Finger kommt, ODER gar nichts essen, nicht mehr wie ferngesteuert zwischen MÜSSEN und DÜRFEN oszillieren.
Denn irgendwie war das ja nicht so gedacht. Gedacht war, dass man mit etwas “Vernunft” und “Sport” das Bäuchlein und die für zu dick befundenen Oberschenkel ansehlich machen könnte. Gedacht war, dass das Leben NACHHER losgehen kann. Und irgendwie merkst du langsam, dass es irgendwie nie losgeht, dass es irgendwie nie “genug gut” ist. Ist man mal dünn, ist es sau-anstrengend, dies zu halten. Das Hirn ist damit beschäftigt, wie man wo was essen soll/darf, und wie man wo wieviel Sport machen muss. Dann nimmt man unerklärlicherweise wieder zu, und schon platzt die Angst zur Tür herein und versperrt jeden Weg nach vorn. Das geht nun doch schon lange so, nicht wahr? Wie lange eigentlich? Sieht doch verdächtig danach aus, dass sich dies so schnell nicht in eine rosarote Glückswolke verwandelt und plötzlich die grosse Leichtigkeit und der zufällig so geschenkte Superkörper sich einstellen und dir das OK geben, nun mit dem eigentlichen Leben anzufangen.

Verdammt, wie lange schon? 22 Jahre sind es bei mir jetzt. Seit ich 20 bin.
Und davor? Eigentlich hat die Zwangsdiäterei doch schon mit 5 Jahren angefangen, unfreiwillig.
Und später, als die Diät-Mama nicht mehr da war, liess ich ein paar Jahre Genuss zu, zuviel, wollte endlich essen dürfen… Und wurde dick. Und schon war sie wieder da, die Diät-Mama, diesmal nicht mehr als lebendige Mutter, sondern intern, in meinem Kopf. Die gnadenlose Instanz. Und ich beugte mich ihr wieder, der Vorstellung, ich sei erst akzeptabel, wenn ich schlank, dünn, sportlich, stark bin.

Und jetzt? Jetzt sehe ich dies immer klarer, sehe, dass das Leben nicht einfach so anfängt, wenn ich mir nicht selber das grüne Licht dafür gebe. Und da steht mir die Angst im Gesicht. Denn da ist der Tunnel…

Das Leben ohne Essstörung leben heisst, mit dem Körper, der einem gegeben wurde, gut auszukommen und ihn nicht mehr in Formen, Kleidergrössen oder Sportzentren zu zwingen, sondern ihn als das zu sehen, was er ist: Unser Transportmittel auf dieser Erde. Einsehen, dass ein Auto mit kapputtem Motor noch so schön aussehen kann und trotzdem nirgends hinfahren wird. Sich mit dem Modell anfreunden, dass nicht “schön” sein muss, sondern einen gesunden Motor hat und uns viele schöne Dinge im Leben zeigt, uns an schöne Orte bringt, mit uns etwas erlebt. Mit uns lebt. Die Analogie mit dem Auto ist etwas lahm, ich weiss, aber trotzdem…

Ich habe Angst, die Kontrolle zu verlieren. Ich habe Angst vor Gewichtszunahme. Angst, dass mich dann alle als “fehlerhaft” sehen, dass ich ausgestellt bin, dass man mit dem Finger auf mich zeigt, nicht mit mir “spielen” will. Tief drin sitzt die, und sie ist mit keinerlei Rationalität zu besiegen.
Dies ist mir etwas peinlich, schliesslich bin ich eine 43-jährige Frau und sollte über dies in Perspektive sehen können. Kann ich aber noch nicht.

Doch langsam, ganz ehrlich, habe ich die Schnauze voll. Voll, immer im Stress zu sein mit mir selber, immer nur darauf hinzuarbeiten, zu “gefallen”, um dann mit dem Leben beginnen zu dürfen.
Langsam denkt es daran, wie es wohl wäre, wenn ich mich einfach so, jetzt, leben lassen würde. Die Kilos annehmen würde, die kommen wollen, wenn ich sie nicht mehr mit Sport wegächze oder mit rigid-absurdem Essverhalten in Schach zu behalten versuche.

Phu, mir wird jetzt schon schwindlig vor Angst. Für heute gehe ich wohl lieber nochmal auf den Stepper. Aber tapfer, nur noch die Hälfte jetzt. Find ich schon schwer genug.

Ich bin noch weit weg von normalem Essen. Weit weg von einem gesunden Körperbild, weit weg von einem Selbstwertgefühl, dass das Wort verdient: Dem Gefühl, etwas WERT zu sein, ohne dafür strampeln zu müssen oder in eine Kleidergrösse zu passen. Ohne es “verdienen” zu müssen. Weit weg von einer inneren Entspanntheit.

Aber immer neugieriger. Und immer trotziger. Immer achtsamer darauf, wie viel mich diese Essstörung kostet, wieviel ich ihr von mir gebe. Wie böse ihre Stimme ist, wie müde sie mich macht. Wie einsam, eigentlich. Und dass das nicht ICH bin – ICH war doch mal verspielt, lustig, mit Flügeln in der Seele, mit Herz und Weichheit, mit Trotzigsein und Andersdenken, mit Ideen, mit Kochkünsten, mit gedeckter Tafel, mit offener Tür, mit … grösseren Jeans.

Kennst du das?

Wollen wir es wagen? In und durch den Tunnel? Wieder zurück dahin, wo wir unser ICH wieder finden und es wieder fliegen lassen dürfen?

Sei geherzt, wer immer du bist. Ich verstehe dich.

I miss myself.

It’s been a lonely few weeks.
Dealing with a herniated disc is awful as it is (and it’s been going on for, oh, 6 months now), but it’s not just the physical pain that is crippling at times. It’s how *shit* piles up.
So, there’s the nerve pain in my left leg. Then – wait till I get started –, then there’s my eating disorder holding hands with the devil of compulsive exercising. Cool, that’s already quite the pile of shit.
But there’s one more thing, and that’s what’s making *shit* twice as hard to deal with:

Isolation.

I happen to be a very social being, and for decades, I was surrounded by people. As a radio DJ, I was working in a beehive-like environment, knew what felt like half the country, and even more people thought they “knew” me, since – as the voice babbling from their receivers, I was sort of keeping them company throughout the day, which was a privilege as well as a burden for me.

Always the entertainer.
Always the entertainer.

Privately, I was much more shy than one would think.
I was just brilliant at acting confident, thought that this was what was expected of me – being strong, having an attitude, not taking everyone’s crap, being the “independent” one. Just generally thinking that, well, I need to have my shit together. (Now, now, my use of the word shit is clearly getting out of hand here, gotta watch that.)
Where was I. Right. So, privately, I was much more authentic, kept a handful or two of close friends that I shared my joys and struggles with. I’m glad and ever thankful for each one of them, because without them, I don’t know if I could have made it this far. Not having a family or a partner, and coming from a past of trauma and abuse, it was only with my friends that I slowly experienced what “trust” means. And even though there were letdowns (nope, I didn’t always let the “right ones” in) and hurts, I share my most precious memories with people that I know or once knew.
Problem is, that for the past two years, significant changes are happening. My closest girlfriend got married and moved to another city. The relationship with another girlfriend grew from very close to distant to non-existent because our values diverged too much and her choices in life just weren’t congruent with mine anymore. My four close male friends; one has just had twins and moved away, the other married a woman with a child and is busy with his newfound family, another has had a breakdown and has checked himself into a clinic, and the fourth is caught in a divorce and is busy getting his life together, i.e. changing jobs, moving to another city.

See, it’s not so much that they’re not my friends anymore. They are. Very much so. And I know they’ll probably always be. It’s just that I hardly see them anymore. Gone are the days when we spent hours and hours together, talking, laughing, hiking, hanging out, going for dinner, getting carried away in heated conversations… Weren’t we always the ones who still sat there when the barman started rattling his keys, begging us to please, please, for chrisssake, let him go to sleep.
Ah, good times, those.

Life is constant change. Not a fact I appreciate much, since – as an anxious person – I like it, when things are dependent and reliable. Sameness has a strange appeal to me. That’s why I’m really struggling with my current circumstances, and I wonder where one gets another set of close friends. Rhetorically speaking, but not only so. I really wish there was a bit more connection, a bit more support, a bit more “human” contact, be it a hug, a shoulder to cry on, a hand to hold or just someone who says “shhhh” when the demons are acting up again.

Thoughts about that brought up a feeling I didn’t expect: This morning, when I awoke with excrutiating pain in my leg (from that herniated disc that presses on a nerve in my back), I cried with overwhelm, and then suddenly, I thought back to when I was this boyish toddler (oh, isn’t HE cute? AAAARGH!!), then a chubby teenager, later a seemingly carefree young adult… and then? Shit (sorry) slowly but continuously hit the fan. There I was, in bed, thinking: I miss myself. That started the crying again, but somehow it was very moving. Because, yes, I do miss myself, the self before the hurt, before the conditioning, before the conviction that there must be something wrong with me, before the diets, before the depression, before the eating disorder, before the isolation.

I miss closeness, I miss connection, I miss authentic, loyal people, I miss a feeling of support. And I miss myself, too.

Feeling better already.

Hollow victory

You know what every “successful” dieter says, if they’re honest?

I’m hanging on by a thread here.

That’s what I say, for heaven’s sake! – Because yes, I DID lose 50 pounds 23 years ago. Yes, I did manage to hold on to that weight-loss, which—many of you might know that well!—works only by introducing ever harsher measures. I was either really, really restricting, or really, really overexercising. Just to keep the fricking weight in check as well as I could.

Low-fat yoghurt, lettuce and broccoli was, apart from the occasional chicken breast, my diet for a reaaaaaally long time. (Save the binge episodes, but I made sure that I exercised even harder the next day, in a desperate attempt at some sort of “damage control”). So, from the outside, people see “a diet that has worked”. Yet it hasn’t, really. Let’s be honest.
I don’t look the way I do just by eating happily and exercising without an obsessed mind.
I don’t KNOW how I’d look if I ate what I wanted and exercised in a feel-good way.

For the longest time, I thought well, I just don’t GET to live as freely as others if I want to look more or less skinny. I just HAVE to watch my weight. I just HAVE to exercise to keep those pounds off. I just CAN’T have the foods I loved most.

Only since last year have I started to learn that MAYBE my body wasn’t wrong. That MAYBE my binges weren’t my fault. That MAYBE I wasn’t just a failure. There’s relief in that.

If it hurts, let that shit go.

 

So. Have I been able to—bam!—snap out of this old mindset?
Sorry to disappoint. With the initial relief has come a lot of fear. Fear to really let go of my insane controlling. Seeing how few people are out there who seem to question diet-culture and all that comes with it—the ever increasing fitness-craze, exponential rise in cosmetic surgeries, diet-plans, the unquestioned NEED for seemingly EVERYONE to lose weight.

I too believed that with lower weight (and didn’t it always have to be lower still??) would come the love of my life, finally a career that I loved getting up for in the morning, respect from other people, being ridiculously body-confident, feeling free to show my body to the world, not ever having to feel ugly and ashamed again, not ever wanting to hide again, having a spectacular sex life, and—overall—a hugely successful outlook on LIFE.

Hasn’t happened. Ever. Not at any level of skinny. In fact, I think I was enjoying life more when I ate what the fuck I wanted and didn’t kill myself at the gym every day. No one is happy living obsessed with weight, food and exercise. No one.

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I had “skinny”. And everything else was LOST.

Before I was so “successful” at dieting, I might not have had the body I wanted, but, let’s face it: At least, I had TIME to cuddle with cats, fool around with my friends, go dancing, to eat popcorn at the cinema, to spend afternoons painting or taking acting classes, to go out for luxurious Sunday brunches without a care in the world, to spend Sunday curled up on the sofa with my favorite book with ZERO guilt, and to generally have a non-obsessed mind.

Now, my best qualities seem to suffer when I’m constantly obsessing about “not re-gaining the weight”. I’m not as freely funny. I’m not—by any measure—as spontaneous. I don’t take enough time to read, write, play, explore the world, rest… to find my purpose! Doesn’t sound like that kiss-my-ass-attitude I thought I’d magically get when I was thin. So. I’m totally not out of this mess called diet-mentality, BUT there’s one thing I certainly DON’T believe anymore, and that’s the lie that “Happy” is X pounds from now.

Because, I had skinny. And everything else was LOST.