Month: January 2016

Körperakzeptanz in einer Welt, die Rundungen diskriminiert….

… ist eine verdammt schwierige Sache.

So wie in unserer Kultur “Schlanksein“ als Heiligen Gral hochbeschwört wird, ist es zur himmeltraurigen “Logik“ geworden, dass wir ganz automatisch davon ausgehen, unsere Liebenswertigkeit hänge davon ab, wie gut wir dem vorgegaukelten Ideal entsprechen.

So wie uns aus jeder Zeitschrift und aus jeder zweiten Werbung ABNEHMEN entgegen gebrüllt wird, uns Diätpillen, Shakes, Saftkuren und Lifestyle-Diäten verkauft und uns Bootcamp-Trainings und Poweryoga verschrieben werden, ist es zur ebenso himmeltraurigen “Logik“ geworden, dass wir uns so gut wie verpflichtet fühlen, alles zu versuchen, um im Schlankclub dazuzugehören.

Und so wie in den Massenmedien praktisch ausschliesslich dünne, meist junge weisse Frauen repräsentiert werden, wir also tatsächlich nur den allerkleinsten Anteil der realen Bevölkerung zu sehen bekommen—natürlich NACH Photoshop!—, ist es zur noch himmeltraurigeren “Logik“ geworden, dass mit unserem Körper, so wie er ist, etwas nicht stimmen kann.
Überrascht es da, dass über 90 Prozent der Frauen unglücklich sind mit ihrem Körper?

Eigentlich lebt es sich doch für alle miserabel in unserer Diätkultur. Nur die Diät- und Fitnessindustrie freuen sich diebisch über unsere Körperkrise. (Wenn du ganz leise bist, hörst du sie lachen, wenn sie die Milliarden zählen, die sie an unseren Selbstzweifeln verdienen.)

Ich fühle mich machtlos und traurig und wütend, wenn ich sehe, wie Frauen sich damit “verbinden“, ihren Körper öffentlich schlecht zu machen und gegenseitig ihre so genannten “Makel“ zu vergleichen. Da ist dieser grassierende, tragische Trend entstanden, dass Frauen alles, was mit “Abnehmen“ zu tun hat, automatisch zum Thema Nummer eins gemacht werden.

Bitte! Hört! Auf!

Frauen, lasst uns über das Leben reden, über Kreativität, über Liebe, Philosophie, über Politik meinetwegen! Alles, ausser die Anzahl eurer konsumierten Kalorien.
Das haben wir nicht nötig.

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Uff… 11 Paar Jeans, deren Sitz bestimmte, wie ich mich fühlte.

Die Frage jedoch bleibt:
Wie zum Teufel sollen wir die verzerrte Wahrnehmung des eigenen Spiegelbildes und gestörtes Essverhalten heilen wenn uns noch überall vorgeflötet wird, wir sollen unseren Körper lieben—aber bitte erst, wenn wir fit und dünn sind.
Dieser ganze widersprüchliche Irrsinn hält uns gefangen in dem erschöpfenden Teufelskreis von Diät machen, kurzfristig “Erfolge“ verbuchen, irgendwann das logisch folgende Essgelage, Verzweiflung und Zwangssport. Für immer. Und immer. Auf Autopilot.

Wir erklären automatisch—und das recht beharrlich!—, dass wir mit mehr Gewicht nie unser Glück finden können. Klar. Weil wir nie glückliche Dicke zu sehen bekommen! So nehmen wir an, dass die alle todunglücklich und einsam sind.

Nur… Mooooooment mal.
Ich bin doch diejenige, die todunglücklich und einsam ist!
Und das in einem Körper, der von aussen gesund und schlank aussieht.
Der ganze “dünner = glücklicher“-Wahn stinkt zum Himmel.
Wenn du nur etwas mitnimmst von diesem Blogeintrag, bitte nimm das mit:

Die Unglücklichen erkennt man nicht an ihrem Gewicht.

Die, die unglücklich und einsam werden und ihren Körper verachten sind jene, die diese ganzen toxischen Botschaften glauben und die Verbindung zwischen Glücklichsein und tiefem Gewicht verinnerlicht haben.

Nur dumm, dass wir die Falle nicht erkennen, bis wir längst drin sind.
Nimm mich: Ich war “zu dick“, und ich legte los mit Diäten und Sport. Heute, 20 Jahre später, bin ich immer noch schlank, zeitweise war ich sogar spindeldürr, ich gehöre also zu den wenigen “erfolgreichen“ Diäthaltern (sprich: zu den sturen, verbissenen Perfektionisten, die ihre Lebensenergie dafür hergeben, ihr Gewicht tief zu halten, denn das bleibt ja nicht einfach so unten.) Ich entwickelte strickte Essregeln, fing an, mich für jeden Ausrutscher zu verurteilen, vernachlässigte meine Kreativität, meine Freunde und meine unkomplizierte Art, um meinen Körper im Fitness zu schinden. Kurz gesagt: Ich habe angefangen zu glauben, dass ich unter keinen Umständen die Kontrolle verlieren dürfe, wenn ich nicht im Handumdrehen wieder dick und erneut von allen verspottet werden wolle.

All diese Leiderei. Nur um dazuzugehören. Nur um akzeptiert zu werden. Um geliebt zu sein.

So eine Kultur wie unsere macht eine gesunde, unaufgeregte Beziehung zu Essen und Sport kompliziert und angstgesteuert.
Doch der Weg aus diesem essgestörten Schlamassel führt zwangsläufig durch die Angst. Weil uns eingetrichtert wird, “dick“ heisse unglücklich, heisse Spott, heisse Ausgegrenztsein, klingt das Natürlichste plötzlich wie nackter Wahnsinn:
Wieder nach Lust und Bedürfnis essen. Wieder alles essen. Nicht mehr hungern. Sport nur aus Freude—nicht, um Essen abzustrampeln oder Kalorien verbrennen zu “müssen”. Überhaupt: Keine Kalorienzählerei! Die Waage aus dem Fenster schmeissen! Den Körper sein natürliches, unangestrengtes Wohlfühlgewicht finden lassen. Kleider kaufen, die passen und bequem sitzen. Lernen, sich so zu lieben, wie man bist.

Das ist verdammt hart in einem Umfeld von Diätgeschwätz und Fettdiskriminierung!
Das ist verdammt hart mit der klaren Erinnerung daran, wie viele Menschen mir zum Gewichtsverlust und meiner disziplinierten Sportlichkeit gratulierten.
Das ist verdammt hart, wenn alles um uns herum durchtränkt scheint von Diätbotschaften, retouchierten Models, Fernsehshows wie „The Biggest Loser“ und “Germany’s Next Top Model”. (Mir wird schlecht.)
Gesunden heisst, das alles gehen zu lassen.

Gesund werden heisst, sich von der Anerkennung anderer Leute unabhängig zu machen.

Es ist hart.
Ich mag wie ein lächerlicher Feigling klingen, aber an manchen Tagen scheint es absurd riskant zu glauben, dass mein Körper auch dann liebenswert ist, wenn er nicht mehr als “perfekt“ oder “superfit“ wahrgenommen wird, wenn er weich und kurvig wird!
An manchen Tagen scheint es absurd riskant, mich erneut aus einem Gespräch zu verabschieden, in dem Abnehmen und Diäten im Zentrum stehen, denn obwohl es meiner Seele besser tut, werde ich als Outsider wahrgenommen und fühle mich alleine.

Wäre es nicht so viel einfacher, wenn wir einfach ALLE “stopp!” sagen und zusammen stark werden könnten? Und uns zusammen gegen diese irren Gesellschaftszwänge zu wehren?

Alleine ist es verdammt schwierig. Und es macht mir Angst.
Es braucht Mut, alte Glaubenssätze auflösen, wenn die Unwissenheit Glatteis bedeutet.
Ich weiss, dass mir niemand gratulieren wird, wenn ich wieder etwas runder werde—auch wenn ich dann ohne Zwänge leben kann und damit wohl das Grösste erreicht habe.
Ich weiss, dass mir niemand gratulieren wird, wenn ich meinem Körper statt Schikane mal Erholung schenke, nicht mehr “die Supersportliche” bin— auch wenn mein Körper endlich aufatmen und gesunden kann (und mir vielleicht sogar wieder eine Periode beschert, bevor das Thema im Schlund der Wechseljahre verschluckt wird.)

Keiner klatscht für die grössten Erfolge.

Wenn du dich angesprochen fühlst und weisst, wie ich mich fühle, lass uns Hände halten und nicht vergessen: Unsere Kultur ist vollkommen verdreht.
Wir sind völlig in Ordnung, so wie Mutter Natur uns gemacht hat.

Mann, ist das hart.

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Body-acceptance in a fat-shaming world…

… is one of the trickiest things to accomplish.

The way our culture sees “being thin” as some sort of Holy Grail everyone is supposed to achieve, the tragic assumption that our worth is directly related to how close we get to the promoted “ideal body” has turned into unquestioned “logic”.

The way every magazine is yelling WEIGHT-LOSS at us by selling us diet-pills, lifestyle-clean-eating-meal-plans, detoxes, “bootcamp fitness” and “poweryoga”, the other tragic assumption, namely that we have to make this “skinny” thing happen no matter what the cost, has turned into equally unquestioned “logic”.

The way only thin, mostly young, white females—who really only represent the tiniest fraction of the population—are represented in mass media (photoshopped, of course, for good measure), yet another tragic assumption has turned into fatally unquestioned “logic”: that our bodies are wrong the way they are.
Surprised that more than 90% of women are unhappy with their bodies?
Diet culture has made no one happy. Literally.

It makes me feel powerless and sad and angry to see how women seem to BOND over publicly shaming their own (and other people’s) bodies and comparing perceived “flaws” in their physique by engaging in this rampant, highly obnoxious trend to have all things weight-loss as the number one topic.

Please! Make! It! Stop!

Girls, let’s talk life, creativity, romance, philosophy, politics… ANYthing but the amount of calories you consumed.

The question remains: how the HECK does one recover from body-dysmorphia, disordered eating and that tenacious guilt around food in a society that clearly is in a full-blown body-crisis? When we’re told all around that we’re supposed to “love our bodies”, but—please!—only after we’ve finally made it to “fit and skinny”?
This whole dichotomy is sickening.
It has kept us in the ever draining circle of dieting, bingeing, overexercising and despair. For ever and ever. And ever. On autopilot.
We assume that we can’t be happy with more weight—since we never got to see any happy fat people, we assume that they all must be miserable and lonely.

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Diet-culture loves to keep us small.

 

But… wwwait a minute.
It’s ME who’s miserable and lonely!—In a body that looks healthy and skinny from the outside. Something’s clearly fishy here.
If you take away one line from this post, take this:

You CANNOT determine anyone’s level of “HAPPY” by their weight. 

Who ends up being miserable, lonely and self-loathing are those of us who believe those toxic messages about weight-related lovability and happiness!

Take me: I am not plus-sized anymore. I have been a very “successful” dieter (read: a stubborn white-knuckling type A person who’s busy with that devil called “maintenance”). But all my trying SO hard to fit society’s skinny ideal hasn’t brought happiness any closer, in fact, it has thrown whatever remnants of happiness out and brought in obsessions, anxieties and rigidity. How sweet.
It’s almost three decades that I’ve been fighting to keep my weight down. I’ve developed strict food rules, started beating myself up for every—inevitable—loss of “control” and I’ve sacrificed many social occasions, the most part of my creativity, as well as my laid-back nature in order to exercise like an insane person. In short: I’ve started to believe that if I let go of some of that rigid control, I’d be fat in an instant and everybody would point their finger at me, ridiculing me for “failing”.

All that suffering. Just to fit in. To be accepted. To be loved.

A society like ours makes a healthy approach to food and exercise complicated and very scary. Yet recovery advice, of course, says to make exactly that top priority, contrary to what diet culture tells us to do: To learn to allow all the foods again. To eat when hungry. Not to restrict again. Not to engage in exercise as a way of punishment for eating. To let go of calorie counting. To throw out the scale. To let the body find its natural weight. To buy bigger pants… To start LOVING YOURSELF.

That’s freaking hard in an environment of diet-talk and fat-shaming!
That’s freaking hard with the clear memory in mind of how many people congratulated me on my diet-success and on my strict exercise discipline.
That’s freaking hard when all I see are weight-loss ads, photoshopped models, skinny celebrities and shows like “The Biggest Loser”.
Recovering from all this means to let go.

It means to let go of other people’s approval.

It’s hard.
I might sound like a laughable coward, but some days it seems absurdly risky to believe that my body could be lovable when it doesn’t count as “perfect” or “superfit” anymore, when it’s chubby and soft.
But unless I believe that it is lovable in any form, I won’t be able to fully recover. I think that’s one of the reasons why so many people relapse in eating disorder recovery, and that’s why I see so much disordered eating in the women around me.

I see that the way out means being a badass and taking the harder way, and I admit, I’m scared! Because of this thin-crazed society we live in

NO ONE to congratulate me on my BRAVERY to rest instead of working out, when that’s what’s needed to get my period back.
NO ONE to congratulate me on my BRAVERY to gain weight instead of keeping on maintaining like a madwoman, when that’s what’s needed to become healthy, balanced and of sane mind, unafraid of eating and food.

If you can relate, let’s hold hands and remember: Society is messed up. We’re fine the way Mother Nature built us.

Ugh, it’s hard.

Der Körper IST NICHT das Problem.

Du kennst sie, die Tage. Nichts, NICHTS, am eigenen Körper fühlt sich gut an. Man ist sich seiner Hülle so unangenehm bewusst, dass man sich in der alten Leier verfängt. Der Bauch! Die Oberschenkel! Zu dick! Hässlich! – Und los geht’s. Nichts ist recht, nichts gefällt, und alle Jeans, die mal zu weit waren, spannen.
Walfischgefühle. Und die ganze Wahrnehmung zoomt auf jeden möglichen Makel, den wir natürlich sofort gnadenlos hervorstreichen. Da! Der Spiegel zuckt sogar zurück vor diesem faltigen Gesicht. Logisch, niemand kann uns so jemals akzeptieren! Unser Gedankenkarussel geht los, notabene in die kreuzfalsche Richtung.

Statt uns mit Mitgefühl um unser Nichtgutfühlen zu kümmern, attackieren wir uns auf die niederträchtigste Weise.

Und weil uns niemand je Selbstachtung und Selbstsorge beigebracht hat, tun wir, was wir denken, werde von uns verlangt. Wir plagen uns im Fitness, wir zupfen an uns herum, wir planen Diäten, wir schwören und zu züchtigen. Wir planen Bestrafung. Für uns selbst! Eine Tragödie, die sich täglich vor Millionen von Spiegeln abspielt. Mädchen, Frauen, und neuerdings immer mehr Männer. Wir werden monothematisch, es schickt sich richtig, über den eigenen Körper schlecht zu reden, sich über die eigenen Imperfektheiten lustig zu machen, sich völlig zu verlieren in etwas, das komplett keinen Sinn macht. Die Hülle, unser Vehikel, das Ding, mit dem wir mit Mitmenschen in Kontakt kommen, das Haus, mit dem wir die Welt entdecken. Arme, mit denen wir unsere Lieben umarmen, Bäuche, die Kinder gebären. Und statt ihnen zu danken für die treuen Dienste, die sie uns trotz unserem ständigen Gemotze erweisen, motzen wir ständig.

Die Diät- und Fitnessindustrie freut’s. Die Schönheitsindustrie ebenso. Die verdienen Milliarden, ohne gross einen Finger zu rühren. Alles, was die machen müssen, um uns zu willigen Diätern, Fitnessabokaufern, Pillenschluckern und Faltencremekäufern zu machen, ist ein geschöntes, unrealistisches Foto und irgendwo das Wort “jung”, “schön”, “fit”, “schlank” oder “leicht” mit ihrem Produkt zu verbinden. Päng, wir sehen das und fühlen uns prompt ungenügend. Der Vergleich mit geschönten Bildern passiert uns täglich aberhundertmal und meist tappen wir blind in die Falle: Wir sehen uns als Ding, das wir “in Ordnung bringen” sollten. Als Wesen, das so wie es ist, nicht gut genug ist.
Seit Jahrzehnten tun wir brav, was uns die Werbebotschaften, Magazine, Plakate und sogar unsere “Freunde” vorbeten. Wir kaufen, operieren, hungern, kasteien uns und schlucken Pillen. Davon können genannte Industrien bequemstens leben und wir selber vergessen, wer wir selber eigentlich sind und wofür wir auf dieser Welt sind. (Ich tippe, es ist nicht, um brav ein Leben lang Diät zu halten.)

Ist es nicht Zeit, dass wir aufwachen und langsam wieder zu uns selber finden? Wieder hinhören, was uns unsere Intuition, die gesunde innere Stimme denn eigentlich sagt? Statt dem überall vorgegaukelten Schönheitsideal nachzurennen und dabei aufzuhören, zu LEBEN?

Ich glaube, wir können das.

Ich glaube, Körper kommen in verschiedenen Grössen und Formen. Genau, wie keine zwei Bäume gleich sind. Und das ist im Grunde nichts als wunderbar und genau so, wie die Natur es will. Krank und dick und hoffnungslos werden wir nur, wenn wir all die Diäten MACHEN. Sie können nicht funktionieren. Wir verlieren zwar jedesmal anfänglich Kilos, aber hauptsächlich verlieren wir den Zugang zu unserem eigenen, ursprünglich ganz gesunden Körpergefühl. Mit jeder Diät, mit jeder Stunde Zwangssport verlieren wir es mehr. Und der Körper, der lässt sich nicht so einfach manipulieren. Es ist vorprogrammiert, jedesmal, dass wir nach der Diät wieder zuschlagen. Nur geben wir dann uns selbst die Schuld. Wir haben versagt. Wir haben die Diät versifft. Denken wir. Aber dem ist nie so gewesen. Wir haben nur verlernt, nach unserem kindlich intuitiven Gefühl zu leben, uns aus Freude zu bewegen, mit Freude zu essen. Kein Wunder. Ich selber wurde ja schon mit 5-jährig auf die erste Diät gesetzt. Von da an ging das Jojo-Leben los und das Gefühl, nicht zu genügen und hässlich zu sein, wuchs und wuchs. Das versuche ich nun zu heilen. Und ich merke, wie schwer es ist, sich von diesen alten Zwängen zu lösen. Denn da sind sie, die miesen Tage, die Tage, an denen ich mich einfach wäääh fühle, denke, ich müsse anders aussehen um glücklich zu sein. Aber ich weiss es besser.

Ich weiss, was ich zu tun habe. Nicht mehr wie ein Schaf der Masse folgen und artig mein Leben vergessen, um dem Ideal halbwegs zu entsprechen. Ich möchte wieder lernen, ohne Angst zu essen, ohne Zwang an Bewegung und Sport heranzugehen, und mir bewusst werden, was ein “schlechter Körpertag” mir sagen will: Dass da Gefühle sind, um die ich mich kümmern muss. Den Körper aber, den sollten wir in Ruhe lassen und ihm einfach mal DANKE sagen, wie still und tapfer er unsere Irrtümer über sich ergehen lässt.

Ich möchte eine Welt sehen, in der alle Formen und Farben, alle Grössen und Weiten wieder geehrt werden. Eine Welt, in der wir der emotionalen Gesundheit ebenso viel Zeit widmen wie der körperlichen. Eine solche Welt urteilt nicht. In einer solchen Welt wird niemand beschämt oder ausgelacht, weil er nicht in ein Schema passt. In einer solchen Welt freuen wir uns über die Vielfalt, entdecken mit offenen Augen und sind neugierig auf die anderen da draussen. Vergleichen war gestern. Wer vergleicht, hat verloren.

Lasst uns wieder Menschen werden.