Lasst uns den Moment löschen, in dem die erste Lifestyle-Diät unseren natürlichen Zugang zu Hunger und Sättigung aus der Bahn warf.
Lass uns alle unsere verzweifelten Diät-Versuche zerst zählen, darüber staunen, und dann rückgängig machen.
Lass uns das Zeitalter des wie-vergiftet-Kalorienzählens beenden.
Lass uns das Einzige, was sie uns je wirklich brachten, wieder verlernen – dass wir lernten, uns wie Versager zu fühlen.
Lass uns aufhören, uns schuldig zu fühlen für unseren Hunger.
Lass uns aufhören, Bewegung und Sport als Mittel zum Zweck des Kalorienverbrenns zu missbrauchen.
Lass uns aufhören, uns zu verurteilen für den Körper, in dem wir geboren sind.
Lass uns aufhören, andere Körper zu verurteilen, weil sie anders sind als unsere.
Lass uns aufhören, gegenseitig über unsere Körper zu tuscheln, sie auszulachen, zu beneiden oder zu entwürdigen.
Lass uns aufhören, uns zu verstecken, weil wir “die letzten 5 Kilo” noch nicht verloren haben.
Lass uns die Scham überwinden, die uns jahrelang die Lust an allen schamlosen Vergnügen vergiftete.

Lass uns das Schweigen durchbrechen!

Lass uns die Schönheit jedes einzelnen Menschen vorurteilsfrei feiern. Lass uns die Vielfalt schätzen.
Lass uns Körper als das bestaunen was sie sind: Unsere Vehikel, um in dieser Welt unsere Talente zu entdecken, zu spielen, zu reisen und zu lieben.
Lass uns vom Herz aus gesunden und uns an unseren urnatürlichen Imperfektheiten freuen.
Lass uns einander zeigen, aus welchem Material wir geschnitzt sind.
Lass uns lachen darüber, wie lange wir blindlings nach jedem Strohhalm griffen, der uns “Schönsein” und “Schlanksein” versprach – versprach, zu “genügen”; von Cellulitepackungen bis Antifaltencrèmes, von Schlankheispillen bis Schönheitsoperationen, von Diätprogrammen bis Fitnessabos.
Lass uns erkennen, wer schamlos profitierte, wenn wir uns unvollkommen, minderwertig und hässlich fühlten: Eine milliardenschwere Diät-/Fitness- und Schönheitsindustrie.
Und dann lass uns wieder mit Liebe all die Bäuche und Brüste, Pobacken und Lachfalten berühren.
Lass uns der Seele statt den Sixpacks frönen.
Lass uns wieder erkennen, wer wir wirklich sind und wofür unser Feuer brennt.
Lass uns Essen wieder geniessen.
Lass uns Bewegung wieder neu entdecken.
Lass uns schätzen, was unser Körper eigentlich alles KANN!
Lass uns aufatmen.
Lass uns mit einem Lächeln auf unsere eigene Blindheit zurückblicken und mit Stolz im Blick in die Zukunft schreiten. In eine Zukunft jenseits von Kleidergrössen.

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