Day: April 23, 2016

“Bikini-Body”?—Ich kann das Wort nicht mehr hören.

Kaum steht der Sommer an, kaum könnte Vorfreude aufkommen, geht’s prompt wieder los mit der ewig gleichen, öden Propaganda:
“Superschlank in 30 Tagen!“
“Superfit dank Bootcamp-Training!“
“Supergesund durch Fasten“
“Superharte Bauchmuskeln in drei Tagen!“

Argh. Schon macht die Badesaison keinen richtigen Spass mehr.
All die leeren Versprechen, dass wir über Nacht sciencefictionartige Göttinnen werden können, wenn—und nur WENN—wir dafür unser Geld, unsere geistige Kapazität, unsere wertvolle Zeit und—alles in allem—unsere Würde hergeben. Da wird uns immer wieder die gleiche Karotte vor die Nase gehängt. Und wie die sprichwörtlichen Esel laufen wir selbiger hinterher. Unseren Selbstwert opfern wir der Überzeugung, dass wir, so wie wir genau jetzt sind, nicht hübsch/schlank/fit genug sind, um einen Bikini anzuziehen und den Sommer schamlos und mit allen Sinnen auszukosten.

So wie das Wort “Bikini-Body“ herumgereicht wird, könnte man meinen, es sei eine Art Ehrenabzeichen für die, die mehr Wert sind als alle andern. Wie bitte? DAS LUPFT MIR SOWAS VON DEN DECKEL. Echt. Hat die Menschheit den Verstand verloren? Argh. Wenn es nicht so tragisch wäre, könnte man mal eine Sekunde innehalten und sehen, wie lächerlich das Ganze ist.
Da aber die meisten von uns diese Botschaften ungefragt übernehmen, laufen wir ständig dieser Karotte vor unserer Nase nach. Zwangsläufig kennen auch die meisten von uns das folgende Trauerspiel erlebt… Hunger, miese Laune, sonderbare Besessenheit mit allem, was essbar ist, Verlust der gelassenen Lebensfreude, verschwendetes Geld, verpasste schöne Momente und dann, früher oder später, das “Versagen“, für das wir auch noch die Verantwortung übernehmen.

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Meine Trainings machen immer SOLCHEN SPASS! Nicht.

 

Warum, kann man sich fragen, rennen Frauen von einem restriktiven “Lifestyle“ (das Wort “Diäten“ wurde marketingwirksam ausgetauscht) zum andern, von einer “Entgiftungskur“ zur nächsten, von einer “Fastenwoche“ zur nächsten, und erschöpfen sich mit immer härteren Ausdauertrainings und ursprungsentfremdetem Poweryoga, nur um Kalorien zu verbrennen? Warum sind Frauen bereit, sich selber wie Sklaven zu behandeln, nur damit die “hartnäckigen letzten 5 Kilos“ noch verschwinden?
Wahrscheinlich nicht, weil es so UNGLAUBLICH VIEL SPASS macht, oder?
Wahrscheinlich auch nicht, weil es langfristig eh NICHT funktioniert, oder?
Und HOFFENTLICH auch nicht, weil sie im Leben keine grösseren Träume haben.
Also, wieso? WIE–SO?

Logisch. Zum einen ist das weil in den Medien nur ein einziger Körpertyp repräsentiert wird. Wir werden alle konstant mit der Botschaft bombardiert, dass wir alle so aussehen können, und dass wir uns am Riemen reissen müssen um dazuzugehören. Und schon schämen wir uns und fühlen uns schuldig, wenn wir nicht aussehen wie die Frauen und Männer auf den Hochglanzfotos. Und Werbung? Hör mir bloss auf. Von Autos über Frühstücksflocken, Ferienreisen, Katzenfutter, Kopfwehtabletten bis hin zu Kontaktlinsen; die Menschen, die wir zu sehen bekommen, entsprechen dem allerkleinsten Anteil der tatsächlichen Bevölkerung.
UND dann sind sie noch gephotoshoppt. Meine, bitteschön. Logisch. Wer bleibt da schon immun dagegen.

Die Zahlen lügen nicht, es sind nicht viele, die immun sind. Alleine in den USA verdient die Diätindustrie 60 Milliarden Dollar an unserer Scham. 60 MILLIARDEN DOLLAR!
Das ist eine verdammte Menge Geld. Heisst: Das ist eine verdammte Menge Leute, die eine verdammte Menge Geld ausgeben, um das Versprechen vom Glück am Ende des Diätregenbogens zu erreichen. (Und solltest du tatsächlich immun dagegen sein, bitte sag mir, wie du das schaffst!)

Ich gehörte auch zu denen. Jahr für Jahr für Jahr versuchte ich, meinen Körper zu “verbessern“.
Den ganzen Tag nichts essen, nur abends. Keine Ausnahmen. (8 ganze Jahre lang!!)
Schwindel vor Hunger.
Unausweichlich die Essattacken.
Gestört anstrengendes Sport-Regime (täglich, 8 Jahre lang), das meinen Körper letzten Endes völlig auszehrte. (Wofür ich notabene ständig Komplimente bekam. “Wow!“ sagten sie. “Du bist so diszipliniert, ich wünschte, ich wäre wie du!“ Ähm, nein. Das willst du nicht.)
So wie wir es ihnen vormachen, hetzen heute immer jüngere Mädchen dieser Fantasie hinterher. Es wird gehungert, von freudlos bis zwanghaft eingeschränkt gegessen, obsessiv Sport betrieben, nicht selten gekotzt (was mir zum Glück nie gelang), von Schönheitsoperationen geträumt und alles aufs Spiel gesetzt, um den “Traumkörper“ zu erreichen. Ich glaube, die einzigen die all dies wirklich “traumhaft“ finden sind die grossen Fische der Diät-Industrie.

In Wahrheit sind wir nicht gemacht, um alle gleich auszusehen. Genau so, wie kein Apfelbaum dem anderen gleicht, und jeder Apfelbaum ein kleines Wunder ist, ist es auch bei uns. Hören wir auf, unsere Äste, Blätter, Früchte und Baumstämme miteinander zu vergleichen und uns mies zu fühlen. Bäuche sind nicht da, um flach zu sein, kein Po muss so aussehen wie der retouchierte von J-Lo. Keiner von uns muss einem Ideal entsprechen, jeder Mensch ist gleich liebenswert, und alle dürfen sich so annehmen und zeigen, wie sie sind.

Ich will eine Generation Mädchen heranwachsen sehen, die mit gesundem Stolz in ihren einzigartigen Körpern wohnen und die ihre Lebenszeit damit verbringen, Grosses zu bewegen. Die den Märchen über den “Bikini-Body“ nicht mehr auf den Leim gehen.

Jeder hat einen “Bikini-Body“.
Immer.
Der Sommer gehört dir!
In jeder Körperform.

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“Bikini-Body”? Why I can’t even with this word.

Summer peeks around the corner and – bam! – here they are, the same lame claims as every year:
“Super-skinny in 30 days!“
“Super-toned thanks to bootcamp-workouts.“
“Super-healthy with this detox-fast.“
“Super-steely six-pack-abs in three days.“

They take all the fun out of the bathing season, right?
With the empty promise to turn into some avatar-style goddess within a few weeks (if, and only IF, we’re willing to free ourselves of our money, our mental capacity, our precious time, and—overall—our dignity) a carrot gets hung in front of our noses. And as the proverbial donkey, we start going after it. Our self-worth is hijacked, and we become convinced that we’re not cute/skinny/toned enough to wear a bikini the way we are right now, and that we therefore can’t shamelessly enjoy the heck out of summer.

The way the word “bikini-body“ is being tossed around, we’ve come to believe that it’s a badge of honor indicating our worth—WHICH IS FLIPPING ENRAGING! I mean, seriously. Has humanity lost its mind? Argh. If it weren’t so tragic, we could stop for a second and see how ridiculous it all is.
But because most of us bought into this crap, we have obediently started to go after that carrot dangling in front of our noses. Inevitably, just as many of us have experienced the ensuing misery: Hunger, shitty mood, peculiar obsession with anything food- and/or fitness-related, loss of carefree joy of life, loss of self-worth, missed out opportunities for sweet memories with friends and loved ones, and—sooner or later—THE FAILURE. For which we took the blame, every time.

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My crazy workouts were SO MUCH fun. Not.

Why, one might ask, do women run from one restrictive “lifestyle“ (they can’t be called diets anymore, these days, that would be too obvious) to the next, be it by detoxing, fasting, clean-eating, low-carbing (read: zero-fun-eating) and—at the same time—exhaust themselves with increasingly insane workout-habits? Why are women willing to treat themselves like slaves just to lose those “last 10 pounds“?

Probably not because it’s SO MUCH FUN, right?
Probably not because it’s NOT working for them long-term, right?
And HOPEFULLY not because they don’t have bigger dreams in life, right?
So, why? WHY?

It’s logical. For one, there’s only one single type of body that is being represented in the media. We are literally being bombarded by the message that, we can ALL look like that, and that we better get our damned asses moving if we want to be accepted in society.
So we start to feel guilty and ashamed for not looking like the people we see on TV and in the magazines. And don’t get me get started on the ads! From cars to breakfast cereal, from travel companies to cat food, from headache medicine to contact lenses; the men and women we see make up the very smallest percentage of the general population.
AND they’re photoshopped. Please. How could anyone be immune to that?

In the US alone, the diet-industry is making 60 billion Dollars off of our body-shame. 60 BILLION Dollars! That, my friends, is a fucking lot of money. Read: That’s a fucking lot of people spending a fucking lot of, just to find that happiness that’s being promised at the end of the diet-rainbow. (So if you belong to those few who went unfazed by all that toxicity, tell me how you do it!)

I was one of believers. Year after year after year I did my very best to “better“ my body.
Restricting food all day, only eating dinner. No exceptions (for 8 years straight).
Brainfog from hunger.
Inevitable binge-eating attacks.
Punishing exercise routines (daily, for 8 years straight) that drove me into the ground. (Mind you, people applauded me for it. “Woooow!” they said.“You’ve got so much discipline, I wish I could be like you“… Uhm. No. You don’t).

And since we are leading examples, girls start to go after that dream-body at ever younger ages. There is hungering, joyless-to-compulsively restrictive eating, obsessive exercising, in many cases vomiting (at which I—thank GOD—never had any success), dreaming of cosmetic surgery. Everything; just to be skinny. Yet the only ones who get to be as happy as everyone is dreaming to be, are the giants of the diet-industry.

In truth, we all aren’t meant to look the same. Just as no apple tree looks exactly like any other, and just as every apple tree is a small miracle, so are we. Let’s stop comparing our branches and leaves, our fruits and trunks with the trees surrounding us and feeling miserable. Bellies aren’t supposed to be flat, and no ass is supposed to look like the photoshopped version of J-Lo’s. None of us is meant to “fit an ideal“. Each and every one of us are exactly as lovable as everyone else, we are all more than allowed to fully accept ourselves and show up at the beach.

I want to see a generation of girls growing up to be proud in their unique bodies. To live in them with confidence and ease, and to spend their time, creating great stuff in this world.

Screw those who want to go after some sort of “bikini-body“.
You already have it.
Summer is yours!
At any size.

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